Das Wichtigste auf einen Blick
Schatten-KI ist der Einsatz von KI-Werkzeugen im Unternehmen außerhalb der betrieblichen Kontrolle. Nach dem Bitkom ist die Nutzung privater KI-Tools wie ChatGPT durch Beschäftigte 2025 in 8 Prozent der Unternehmen weit verbreitet und in weiteren 17 Prozent als Einzelfall bekannt. Die Datenschutzkonferenz sieht bei fehlenden Regeln das Risiko eigenmächtiger und unkontrollierter KI-Nutzung und empfiehlt dokumentierte Weisungen.
- Schatten-KI ist ein Begriff aus der Praxis. Rechtlich zählen die KI-Kompetenz nach Artikel 4 der KI-Verordnung, der Datenschutz und die Vertraulichkeit.
- Bitkom fragt Unternehmen, das IW Köln Beschäftigte, die Zahlen lassen sich daher nicht addieren.
- Dass ein freigegebenes Angebot Schatten-KI verringert, ist nicht belegt. Beim IW Köln nutzen Beschäftigte, die starkes Engagement ihres Arbeitgebers beim Aufbau von KI-Kompetenz wahrnehmen, häufiger nicht bereitgestellte Werkzeuge.
- Coding Agents lesen Dateien und führen Befehle aus. BSI und ANSSI empfehlen, den Zugang über private Konten für die Softwareentwicklung zu untersagen und ein Angebot mit klaren Regeln zu machen.
Was ist Schatten-KI?
Schatten-KI nennt die Nutzung von KI-Werkzeugen, die der Arbeitgeber nicht bereitgestellt hat und nicht kontrolliert. Das IW Köln betont, nicht bereitgestellte Werkzeuge können auch offen und erlaubt genutzt werden, liegen aber außerhalb der betrieblichen Kontrolle. Nach dem Bitkom lassen Beschäftigte mit privaten KI-Tools eine Mail formulieren, ein langes Dokument zusammenfassen oder ein Bild für einen Social-Media-Post erzeugen.
Wie verbreitet ist Schatten-KI in Deutschland?
Für Deutschland liegen zwei Befragungen mit genannter Methode vor, vom Digitalverband Bitkom und vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln (IW Köln).
| Quelle | Ergebnis | Befragt |
|---|---|---|
| Bitkom, 21.10.2025 | In 8 Prozent der Unternehmen weit verbreitet (Vorjahr 4 Prozent), in 17 Prozent Einzelfälle (Vorjahr 13 Prozent) | Unternehmen ab 20 Beschäftigten |
| IW Köln, 19.09.2026 | 29,1 Prozent der beruflichen KI-Nutzenden setzen nicht bereitgestellte Werkzeuge ein | knapp 5.000 Beschäftigte, März und April 2026 |
| Quelle Bitkom, Presseinformation vom 21.10.2025, und IW Köln, Kurzbericht Schatten-KI. | ||
Beide Studien weisen Schatten-KI nach. Wie groß sie ausfällt, hängt davon ab, wen man fragt und was als nicht bereitgestellt zählt. Nach dem Bitkom stellen 26 Prozent der Unternehmen Zugang zu generativer KI bereit, und 23 Prozent haben Regeln für den KI-Einsatz aufgestellt.
Die Zahl, mehr als 80 Prozent der Unternehmen zeigten Anzeichen nicht genehmigter KI-Nutzung, stammt aus einer Veröffentlichung von XM Cyber vom 20.08.2025. Der Anbieter beschreibt darin eine frühe Auswertung bei gut hundert Organisationen, die er selbst als ersten Einblick bezeichnet, und kündigt zugleich eigene Erkennungsfunktionen an. Die Zahl beschreibt Anzeichen in den Daten seiner Kunden und erlaubt keinen Schluss auf alle Unternehmen.
Was verlangen KI-Verordnung und Datenschutz?
Artikel 4 der KI-Verordnung in der Fassung der Verordnung (EU) 2026/1744 vom 8. Juli 2026 verpflichtet Anbieter und Betreiber von KI-Systemen, Maßnahmen zu ergreifen, um die Entwicklung der KI-Kompetenz ihres Personals und der in ihrem Auftrag tätigen Personen zu unterstützen. Ein bestimmtes Niveau müssen sie nicht garantieren. Betreiber ist nach Artikel 3 Nummer 4, wer ein KI-System in eigener Verantwortung verwendet. Die Pflicht gilt seit dem 2. Februar 2025. Bis zur Änderung, die am dritten Tag nach der Veröffentlichung am 24. Juli 2026 in Kraft trat, lautete sie, nach besten Kräften ein ausreichendes Maß an KI-Kompetenz sicherzustellen.
Die Orientierungshilfe der Datenschutzkonferenz vom 6. Mai 2024 nennt für den Umgang mit Schatten-KI diese Punkte.
- Randnummer 36. Ohne klare Regelungen droht eigenmächtige und unkontrollierte Nutzung, nach Stand Mai 2024 in vielen Unternehmen und Behörden Realität. Sie kann zu Datenschutzverstößen führen.
- Randnummer 36. Empfohlen sind dokumentierte Weisungen, ob, unter welchen Voraussetzungen und zu welchen Zwecken welche KI-Anwendungen eingesetzt werden dürfen, mit Beispielen für zugelassene und untersagte Einsätze.
- Randnummer 37. Geeignet sind eine Dienst- oder Handlungsanweisung oder eine Dienst- oder Betriebsvereinbarung mit dem Personal- oder Betriebsrat. In einigen Fällen erfüllt die Einführung einer KI-Anwendung einen Mitbestimmungstatbestand.
- Randnummer 39. Bei voraussichtlich hohem Risiko ist eine Datenschutz-Folgenabschätzung nach Artikel 35 DSGVO erforderlich, bei KI-Anwendungen wird das vielfach der Fall sein.
- Randnummer 41. Arbeitgeber sollten Geräte und Accounts für die berufliche Nutzung zur Verfügung stellen.
Die Orientierungshilfe ist eine Auslegung der Aufsichtsbehörden und kein Gesetz.
Verringert ein freigegebenes Angebot die Schatten-KI?
Eine kontrollierte Studie dazu wurde in den gelesenen Quellen nicht gefunden. Der Bitkom empfiehlt Regeln und ein Angebot für die Beschäftigten. Das IW Köln zeigt eine Korrelation in die andere Richtung. Unter den Beschäftigten, die starkes Engagement ihres Arbeitgebers beim Aufbau von KI-Kompetenz wahrnehmen, nutzen 44,5 Prozent Schatten-KI, unter denen ohne wahrgenommenes Engagement 21,3 Prozent. Die Autorinnen sehen dahinter einen Anwendungswillen, der sich nicht auf bereitgestellte Werkzeuge beschränkt. Zu reinen Verboten halten sie fest, diese treffen vor allem engagierte Beschäftigte und ändern dort wenig, wo KI ohnehin keine Rolle spielt.
Ein Angebot ist deshalb ein Baustein unter mehreren. Es ist zusammen mit Regeln und dem Aufbau von Kompetenz zu planen, und ob dies wirkt, zeigt die eigene Erhebung der Nutzung.
Warum sind Coding Agents ein eigener Fall?
Ein Coding Agent liest Dateien, führt Befehle aus und ruft über MCP Werkzeuge auf. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und die französische Behörde ANSSI weisen in ihrer Schrift zu KI-Codeassistenten vom September 2024 darauf hin, dass die Nutzung von Eingaben für das Training teils vom gewählten Geschäftsmodell abhängt und sensibler Code, Zugangsdaten und API-Schlüssel in das Training einfließen können. Sie empfehlen, den unkontrollierten Zugang über private Konten für die Softwareentwicklung im Unternehmen zu untersagen. Als Mittel gegen Schatten-IT nennen sie Angebote mit klaren Nutzungsregeln. Sicher konfigurierte Unternehmenskonten sind dem unkontrollierten Zugang vorzuziehen. Die Schrift behandelt Assistenten, keine autonomen Agenten, und spricht von Schatten-IT, nicht von Schatten-KI.
Die Hersteller beschreiben zentrale Einstellungen selbst. Die Dokumentation von Anthropic nennt verwaltete Einstellungen und eine verwaltete MCP-Konfiguration für Claude Code, die von OpenAI eine verwaltete Konfiguration für Codex. Ob solche Einstellungen Schatten-KI verhindern, belegt keine der Quellen, und sie gelten nur dort, wo sie ausgerollt sind.
Was leistet ALBERT | AI Coding Agents dabei?
ALBERT | AI Coding Agents bindet einen Coding Agent wie Claude Code oder Codex über MCP an agorum core pro an, die KI-Business-Plattform. Das Plugin gehört zur ALBERT | AI Suite und ist nach deren Installation vorhanden. Eingerichtet wird es immer, egal ob du danach den Chat, den Details-Chat oder das Developer Studio verwendest.
- Der Agent arbeitet mit den Rechten des Benutzers und sieht genau die Objekte und KI-Werkzeuge, die der Benutzer in der Plattform sieht.
- Wissen und Skills kommen aus agorum core pro und gelten für jeden angebundenen Agent.
- Nach der Installation sind die Berechtigungsgruppen leer, die Berechtigung gilt je Coding Agent.
- Administratoren können Sitzungen protokollieren. Claude Code meldet Eingaben, Antworten und alle Werkzeugaufrufe, bei anderen Coding Agents sieht agorum core pro die Aufrufe seiner eigenen Werkzeuge.
Protokolle enthalten Eingaben und Antworten der Beschäftigten. Die Datenschutzkonferenz nennt Nutzungsdaten von Beschäftigten ausdrücklich bei der Frage nach einer Dienst- oder Betriebsvereinbarung, die Protokollierung gehört deshalb in die Abstimmung mit Personal- oder Betriebsrat.
Beim Wechsel eines Agents bleiben Skills und Wissen in der Plattform, das gibt Investitionssicherheit für diese Arbeit. Zur Datensouveränität ist zu beachten, dass das Sprachmodell beim Agent läuft und verarbeitet, was dieser über MCP liest.
Die Anbindung kontrolliert nicht, welche Werkzeuge Beschäftigte sonst auf ihren Geräten installieren. Das bleibt Aufgabe der Richtlinie, der Gerätesteuerung und der Einstellungen der Hersteller. Einrichtung, Berechtigung und Protokoll beschreibt die Toolseite, den Einsatz im Alltag der Beitrag Coding Agent im Unternehmen einsetzen.
Wie gehst du vor?
- Frage nach, welche KI-Werkzeuge Beschäftigte heute nutzen und mit welchen Daten.
- Binde Personal- oder Betriebsrat früh ein und prüfe eine Dienst- oder Betriebsvereinbarung.
- Lege in einer dokumentierten Weisung fest, welche Anwendungen für welche Zwecke zugelassen sind, mit Beispielen für zugelassene und untersagte Einsätze.
- Lasse bei personenbezogenen Daten vorab bewerten, ob eine Datenschutz-Folgenabschätzung nötig ist.
- Stelle Geräte und Zugänge für die berufliche Nutzung bereit und baue KI-Kompetenz auf, wie Artikel 4 sie für Betreiber vorsieht.
- Erhebe die Nutzung nach einem festen Zeitraum erneut, zum Beispiel nach einem Quartal, und vergleiche mit Schritt 1.
Was gilt für Träger und Verwaltungen?
Die Datenschutzkonferenz spricht in ihrer Orientierungshilfe von Unternehmen und Behörden. In Behörden tritt der Personalrat an die Stelle des Betriebsrats, in kirchlichen Einrichtungen die Mitarbeitervertretung. Kirchliche Träger wenden eigene Datenschutzgesetze an, etwa das Datenschutzgesetz der Evangelischen Kirche in Deutschland (DSG-EKD) oder das Gesetz über den Kirchlichen Datenschutz (KDG). Ob die Orientierungshilfe der Datenschutzkonferenz bei ihnen übertragbar ist, klärt der Datenschutzbeauftragte des Trägers.
Quellen
- Amtsblatt der Europäischen Union, Verordnung (EU) 2024/1689, Artikel 3 Nummer 4 und Artikel 4, sowie Verordnung (EU) 2026/1744 vom 8. Juli 2026
- Datenschutzkonferenz, Orientierungshilfe Künstliche Intelligenz und Datenschutz, Version 1.0, 6. Mai 2024
- BSI und ANSSI, AI Coding Assistants, September 2024
- Bitkom, Presseinformation Beschäftigte nutzen vermehrt Schatten-KI, 21. Oktober 2025
- IW Köln, Kurzbericht Schatten-KI, Engels und Hammermann, 2026
- XM Cyber, Shadow AI is Everywhere, 20. August 2025
- Anthropic, Claude Code Dokumentation zu Managed Settings, und OpenAI, Dokumentation zu Managed Configuration für Codex
Schatten-KI im Unternehmen Welche KI-Werkzeuge nutzen deine Beschäftigten schon?
Im Potenzial-Check (30 Minuten) klären wir gemeinsam, welche KI-Werkzeuge bei dir im Einsatz sind und wie ein freigegebener Weg mit agorum core pro aussehen kann. In der Live-Demo (60 Minuten) siehst du Rechte, Wissen und Protokoll an einem Beispiel.
Potenzial-Check anfragenagorum® FAQ Häufige Fragen zu Schatten-KI
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Was ist Schatten-KI?
Schatten-KI ist der Einsatz von KI-Werkzeugen durch Beschäftigte außerhalb der betrieblichen Kontrolle, zum Beispiel über private Konten. Nicht bereitgestellt heißt dabei nicht zwingend heimlich oder verboten.
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Ist Schatten-KI verboten?
Schatten-KI ist kein Rechtsbegriff. Rechtlich zählen die Pflichten, etwa die KI-Kompetenz nach Artikel 4 der KI-Verordnung und der Datenschutz nach der DSGVO. Die Datenschutzkonferenz weist darauf hin, dass unkontrollierte Nutzung zu Datenschutzverstößen führen kann.
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Helfen Verbote gegen Schatten-KI?
Das IW Köln hält fest, reine Verbote treffen vor allem engagierte Beschäftigte und ändern dort wenig, wo KI ohnehin keine Rolle spielt. Der Bitkom empfiehlt Regeln, die festlegen, welche KI-Tools zu welchem Zweck genutzt werden dürfen.
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Muss der Betriebsrat beteiligt werden?
In einigen Fällen ja. Die Datenschutzkonferenz empfiehlt eine Dienst- oder Betriebsvereinbarung mit dem Personal- oder Betriebsrat und weist darauf hin, dass die Einführung einer KI-Anwendung in einigen Fällen einen Mitbestimmungstatbestand erfüllt. Ob das bei dir zutrifft, klärt eine arbeitsrechtliche Prüfung.
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Verhindert agorum core pro Schatten-KI?
Eine Wirkung auf Schatten-KI ist nicht belegt. agorum core pro bietet mit ALBERT | AI Coding Agents einen Weg, auf dem ein Coding Agent mit den Rechten des Benutzers und mit Wissen und Skills aus der Plattform arbeitet. Ob ein solcher Weg die Nutzung nicht bereitgestellter Werkzeuge verringert, zeigt nur die eigene Messung.