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Mit der Zertifikatsverwaltung können Sie das TLS-Zertifikat bzw. die vollständige Zertifikatskette eines Servers abrufen, prüfen und bei Bedarf in den dynamischen Truststore von agorum core importieren. Damit können Sie zum Beispiel eine verschlüsselte Verbindung zu einem Mailserver oder einem anderen Server herstellen, dessen Zertifikat noch nicht vertraut wird, ohne dass agorum core dazu neu gestartet werden muss.
Wenn agorum core eine verschlüsselte Verbindung zu einem externen Server aufbaut, zum Beispiel zu einem Mailserver über SMTP, IMAP oder POP3, muss agorum core dem Zertifikat vertrauen, das der externe Server bei der Verbindung präsentiert. Ist das Zertifikat nicht durch eine öffentlich vertraute Zertifizierungsstelle signiert oder handelt es sich um ein selbstsigniertes Zertifikat, schlägt die Verbindung mit einem SSL-Handshake-Fehler fehl.
Mit der Zertifikatsverwaltung rufen Sie die vom Server präsentierte Zertifikatskette ab und importieren das benötigte Zertifikat in den dynamischen Truststore von agorum core. Zertifikate im dynamischen Truststore werden zusätzlich zu den Zertifikaten des Standard-Truststores als vertrauenswürdig behandelt.
Hinweis: Der Import eines Zertifikats stellt nur die Vertrauensstellung her. Ist das Zertifikat des Servers zum Beispiel abgelaufen, noch nicht gültig oder wurde es für einen anderen Hostnamen ausgestellt, funktioniert die Verbindung trotz Import weiterhin nicht. Die Zertifikatsverwaltung weist Sie in diesen Fällen mit einem entsprechenden Hinweis darauf hin.
Sie können die Zertifikatsverwaltung verwenden, wenn Sie Administrator sind und zur Verwendung der Werkzeuge für die Administration über folgende ACL berechtigt sind:
ACL_agorum admin tools
Klicken Sie oben rechts in der Kopfleiste auf und dann auf Administration > Werkzeuge > Zertifikatsverwaltung.
Die Bedienoberfläche der Zertifikatsverwaltung ist in folgende Bereiche unterteilt:
Sie können folgende Verbindungsarten auswählen. Beim Wechsel der Verbindungsart wird der zugehörige Standard-Port automatisch in das Feld Port übernommen:
| Verbindungsart | Standard-Port |
|---|---|
| Direkt (TLS) | Kein Standard-Port hinterlegt, muss manuell angegeben werden |
| SMTP (STARTTLS) | 587 |
| SMTPS | 465 |
| IMAP (STARTTLS) | 143 |
| IMAPS | 993 |
| POP3 (STARTTLS) | 110 |
| POP3S | 995 |
Abhängig vom Ergebnis der Prüfung zeigt die Zertifikatsverwaltung einen der folgenden Hinweise an:
| Hinweis | Bedeutung |
|---|---|
| SSL-Handshake OK. | Mit den aktuellen Einstellungen ist bereits eine gesicherte Verbindung zum Server möglich. Ein Import ist nicht erforderlich. |
| Keinem Zertifikat in der Kette wird bisher vertraut. | Sie müssen ein Zertifikat aus der Kette importieren, damit die Verbindung funktioniert. |
| Der Hostname stimmt nicht mit dem CN/SAN des Zertifikats überein. | Das Zertifikat wurde für einen anderen Hostnamen ausgestellt. Die Verbindung wird auch nach einem Import fehlschlagen. |
| Das Server-Zertifikat ist abgelaufen. | Das Zertifikat ist nicht mehr gültig. Ein Import allein stellt die Funktion der Verbindung nicht wieder her. |
| Das Server-Zertifikat ist noch nicht gültig. | Das Zertifikat gilt erst ab einem späteren Zeitpunkt. |
| Der Download der Zertifikatskette ist fehlgeschlagen. | Der Server konnte nicht erreicht oder die Verbindung nicht aufgebaut werden. Prüfen Sie Host, Port und Verbindungsart. |
Sie können sich zu jedem Zertifikat in der Zertifikatskette oder im dynamischen Truststore die vollständigen Details anzeigen lassen, unter anderem Aussteller, Gültigkeitszeitraum, alternative Namen (SAN) und Fingerprint (SHA-256).
Doppelklicken Sie dazu in der Tabelle Zertifikatskette oder Importierte Zertifikate im dynamischen Truststore auf das gewünschte Zertifikat.
Achtung: Bereits aufgebaute, verschlüsselte Verbindungen, die dieses Zertifikat verwenden, können weiterlaufen.
Wenn Zertifikate über ein anderes Werkzeug oder von einem anderen Administrator importiert wurden, können Sie die Anzeige aktualisieren. Klicken Sie dazu auf die Schaltfläche Aktualisieren. Die Tabelle Importierte Zertifikate im dynamischen Truststore wird anschließend neu geladen.