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Mit Offline-Dateien unter Windows arbeiten

Wichtig: Die Funktion Offlinedateien ist ein Legacy-Feature, das von Microsoft nicht mehr aktiv weiterentwickelt wird. 

Durch die Funktion Offlinedateien speichert das System eine Kopie von Netzwerkdateien auf dem Computer des Benutzers, sodass die Datei auch dann verfügbar ist, wenn der Computer nicht mit dem Netzwerk verbunden ist.

Hinweis: Diese Dokumentation beschreibt eine Funktionalität des Windows-Betriebssystems. Prüfen Sie immer auch die Microsoft-Dokumentation auf die aktuellsten Informationen zu Offlinedateien.

Aktivieren/Deaktivieren der Verwendung von Offlinedateien

Windows 10 und Windows 11:

  1. Öffnen Sie die Systemsteuerung.
  2. Navigieren Sie zu Synchronisierungscenter.
  3. Klicken Sie auf Offlinedateien verwalten.
  4. Wählen Sie Offlinedateien aktivieren.
  5. Ein Neustart ist erforderlich.

Den Modus „Immer offline“ (Always Offline) verwenden

Der Modus „Immer offline“ (Always Offline) ist eine spezielle Konfiguration von Offlinedateien, die schnelleren Zugriff auf zwischengespeicherte Dateien und umgeleitete Ordner ermöglicht. Dieser Modus ist besonders nützlich für mobile Benutzer, die häufig zwischen verschiedenen Netzwerken wechseln oder in Umgebungen mit unzuverlässiger Konnektivität arbeiten.

Was bewirkt der Modus „Immer offline“?

Im Modus „Immer offline“ arbeiten Benutzer mit Dateien und Ordnern in einem umgeleiteten Ordner, auch wenn die Netzwerkverbindung verfügbar, aber langsam ist. Administratoren können die Benutzeroberfläche so konfigurieren, dass Benutzer immer offline arbeiten.

Den Modus „Immer offline“ aktivieren

Hinweis: Diese Methode funktioniert nur in Windows 10/11 Pro, Enterprise oder Education. 

  1. Starten Sie die Gruppenrichtlinienverwaltung:

    Drücken Sie Windows + R und geben Sie ein:
    gpmc.msc
    Alternative: Wählen Sie die Schaltfläche Start, geben Sie Gruppenrichtlinienverwaltung ein und öffnen Sie diese aus der Liste.
  2. Erweitern Sie im Konsolenbaum die Domäne oder Organisationseinheit (OU), in der Sie das Gruppenrichtlinienobjekt erstellen oder bearbeiten möchten.
  3. Führen Sie eine der folgenden Aktionen aus:

    Neues GPO erstellen:
    Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die entsprechende Domäne oder OU und wählen Sie Gruppenrichtlinienobjekt hier erstellen und verknüpfen.

    Vorhandenes GPO bearbeiten:
    Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das entsprechende Gruppenrichtlinienobjekt und wählen Sie Bearbeiten.
  4. Erweitern Sie im Gruppenrichtlinienverwaltungs-Editor:
    Computerkonfiguration > Richtlinien > Administrative Vorlagen > Netzwerk > Offlinedateien
  5. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf Modus für langsame Verbindungen konfigurieren und wählen Sie Bearbeiten.
  6. Wählen Sie Aktiviert.
  7. Im Feld Optionen unter UNC-Pfade wählen Sie Anzeigen.

    Im Fenster Inhalt anzeigen:

    Im Feld „Wertname“:
    Geben Sie die Dateifreigabe an, für die Sie den Always Offline-Modus aktivieren möchten.

    Beispiele:
    Für eine spezifische Freigabe: \\Server1\Share1
    Für alle Dateifreigaben: *

    Im Feld „Wert“:
    Geben Sie ein: Latency=1
    Dies setzt den Latenzschwellenwert auf 1 Millisekunde.
  8. Wählen Sie OK und schließen Sie den Editor.
  9. Die Gruppenrichtlinie wird beim nächsten Aktualisierungszyklus angewendet oder kann mit gpupdate /force sofort erzwungen werden.

Synchronisierungsintervall anpassen:

Standardmäßig synchronisiert Windows im Modus „Immer offline“ alle zwei Stunden (120 Minuten) Dateien im Offlinedateien-Cache im Hintergrund. Um diesen Wert zu ändern, verwenden Sie die Richtlinieneinstellung „Hintergrundsynchronisierung konfigurieren“ im gleichen Pfad der Gruppenrichtlinie.

Manueller Offlinemodus für Benutzer

Benutzer können auch manuell in den Offlinemodus wechseln, ohne dass die Gruppenrichtlinie konfiguriert werden muss:

  1. Öffnen Sie den Windows-Explorer.
  2. Navigieren Sie zu einer Netzwerkfreigabe.
  3. Klicken Sie in der Menüleiste auf Einfacher Zugriff (oder Extras).
  4. Wählen Sie Offline arbeiten.

Das System wechselt automatisch zurück in den Online-Modus, wenn die Netzwerkverbindung wiederhergestellt wird und die konfigurierten Latenzwerte erreicht werden.

Die Funktion „Offlinedateien“ deaktivieren

Die Funktion „Offlinedateien“ im Registry-Editor deaktivieren

  1. Starten Sie den Registry-Editor:

    Drücken Sie Windows + R und geben Sie ein:
    regedit
  2. Öffnen Sie den Pfad:
    HKEY_LOCAL_MACHINE\Software\Policies\Microsoft\Windows\NetCache
  3. Erzeugen Sie einen neuen Schlüssel, sofern noch nicht vorhanden.

    a) Führen Sie einen Rechtsklick auf den letzten Schlüssel aus (links im Tree).
    b) Wählen Sie im Kontextmenü Neu > Schlüssel.

    Name
    Enabled

    Datentyp
    REG_DWORD

    Wert
    0 = Offlinedateien deaktiviert
    1 = Offlinedateien aktiv
  4. Ändern Sie den Schlüssel, sofern bereits angelegt.

    Ergebnis: Benutzer können die Einstellung Offlinedateien nicht mehr selbst aktivieren.

Die Funktion „Offlinedateien“ über die Gruppenrichtlinie deaktivieren

Hinweis: Diese Methode funktioniert nur in Windows 10/11 Pro, Enterprise oder Education.

  1. Starten Sie den Gruppenrichtlinien-Editor:

    Drücken Sie Windows + R und geben Sie ein:
    gpedit.msc
  2. Öffnen Sie den Pfad:
    Administrative Vorlagen\Netzwerk\Offlinedateien
  3. Doppelklicken Sie auf die Richtlinie:

    Einstellungsname
    Die Funktion Offlinedateien zulassen oder nicht zulassen

    Einstellung
    Wählen Sie Deaktiviert
  4. Bestätigen Sie mit OK
  5. Starten Sie den Computer neu oder melden Sie sich ab und wieder an.

Die Einstellung „Offline verfügbar machen“ aus Kontextmenüs entfernen

Die folgenden Konfigurationen entfernen die Einstellung Offline verfügbar machen aus dem Menü Datei sowie allen Kontextmenüs im Windows Explorer. Dadurch können Benutzer keine Dateien wählen (etwa aus Netzwerken), die auf ihrem Computer für die Offlineverwendung gespeichert werden sollen.

Diese Einstellung verhindert nicht, dass lokale Kopien der Dateien auf Netzwerkfreigaben, die automatisch zwischengespeichert werden, gespeichert werden.

Die Einstellung „Offline verfügbar machen“ über den Registry-Editor entfernen

  1. Starten Sie den Registry-Editor:

    Drücken Sie Windows + R und geben Sie ein:
    regedit
  2. Öffnen Sie den Pfad:

    Für den aktuellen Benutzer
    HKEY_CURRENT_USER\Software\Policies\Microsoft\Windows\NetCache

    Für alle Benutzer (lokal)
    HKEY_LOCAL_MACHINE\Software\Policies\Microsoft\Windows\NetCache
  3. Erzeugen Sie einen neuen Schlüssel, sofern noch nicht vorhanden:

    a) Führen Sie einen Rechtsklick auf den letzten Schlüssel aus (links im Tree).
    b) Wählen Sie im Kontextmenü Neu > Schlüssel:

    Name
    NoMakeAvailableOffline

    Datentyp
    REG_DWORD

    Wert
    1 =  Eintrag wird entfernt
    gelöscht = Eintrag ist vorhanden (Standard)
  4. Ändern Sie den Schlüssel, sofern bereits angelegt

Die Einstellung „Offline verfügbar machen“ über die Gruppenrichtlinie entfernen

Hinweis: Diese Methode funktioniert nur in Windows 10/11 Pro, Enterprise oder Education.

  1. Starten Sie den Gruppenrichtlinien-Editor:

    Drücken Sie Windows + R und geben Sie ein:
    gpedit.msc
  2. Öffnen Sie den Pfad:
    Administrative Vorlagen\Netzwerk\Offlinedateien
  3. Doppelklicken Sie auf die Richtlinie:

    Einstellungsname
    Die Funktion Offlinedateien verfügbar machen entfernen

    Einstellung
    Wählen Sie Aktiviert
  4. Bestätigen Sie mit OK
  5. Starten Sie den Computer neu oder melden Sie sich ab und wieder an.